Interview mit Matthias Neumann, dem CEO der ACT AGENCY

Matthias Neumann ist der CEO der organisierenden Agentur ACT AGENCY GmbH und einer der Initiatoren des Kitesurf World Cup in St. Peter-Ording. Wir haben mit ihm über anfängliche Probleme, seine schönsten Erinnerungen und die nächsten 10 Jahre gesprochen.

Wie entstand die Idee einen Kitesurf World Cup auf St. Peter-Ording zu veranstalten?

Das Kitesurfen und seine radikalen und spektakulären Bewegungen haben mich schon immer fasziniert und deshalb hatte ich das Kitesurfen schon länger im Visier. Als Organisatoren des Windsurf World Cup auf Sylt, der damals schon über 20 Jahre existierte, brachten wir ja auch einiges an der nötigen Erfahrung mit, um ein solches Event organisieren zu können. Diese Faktoren, zusammen mit unserer generellen Affinität zum Wassersport, haben uns letztendlich die Motivation gegeben, den Kitesurf World Cup in St. Peter-Ording umzusetzen.

Was mussten für Hürden genommen werden, bis der World Cup realisiert werden konnte?

Unsere größte Hürde war es damals, die Sicherheit der Sportler garantieren zu können. Das Material war noch nicht so sicher und ausgereift wie heute und es kam immer wieder zu schweren Unfällen. Außerdem wurde das Kiten bis dato nicht unter einem einheitlichen und professionellen Verband geführt und organisiert. Erst mit der Gründung der PKRA wurde dies geändert und die Voraussetzungen dafür geschaffen, einen wohlorganisierten World Cup zu organisieren.

Wie hast Du den ersten World Cup erlebt? Warst Du zufrieden?

Ich war sehr zufrieden und das Event kam auf Anhieb sehr gut bei den Leuten an. 60.000 Besucher kamen damals an den Strand und unsere Kooperation mit Pro7 sorgte zusätzlich für eine hohe mediale Reichweite und Aufmerksamkeit. Mit Gaard hatten wir dazu auch noch einen starken Sponsor an unserer Seite. Wie gesagt, ich war sehr zufrieden.

Es gab keine Schwierigkeiten?

Doch, natürlich gab es auch einige Schwierigkeiten aus denen wir aber viel gelernt haben. Aufgrund einer Sturmflut ist damals ein Großteil unseres Eventgeländes abgesoffen. Das werde ich nie vergessen. Daraus haben wir gelernt, dass ein Blick in den Mondkalender ein zwingend notwendiger Schritt bei der Organisation ist. Dennoch war der World Cup damals in meinen Augen ein voller Erfolg.

Wie siehst Du die Entwicklung des World Cups über die letzten Jahre?

Alle entscheidenden Parameter haben sich um ein hohes Maß vervielfältigt. Teilweise um das 10-fache. Unsere Zuschauerzahl ist von 60.000 auf über 220.000 gestiegen. Eine unglaubliche Zahl, die gleichzeitig aber auch ein nicht zu unterschätzender Faktor ist, aus dem durchaus Probleme resultieren können. Das Event findet in einem Naturschutzgebiet statt, weshalb wir bei der Organisation und Ausführung des World Cups sehr strenge Richtlinien einhalten müssen. Bei einer solchen Umgebung ist ein hohes Maß an Respekt der Natur gegenüber zwingend notwendig. Von Sportlern, uns Organisatoren aber auch von den Besuchern. Das muss jedem klar sein, der nach St. Peter-Ording auf unser Event kommt.

Wagen wir mal einen Blick auf die gesamte Geschichte des World Cups. Was war Dein absolutes Highlight in der Vergangenheit?

Da fallen mir spontan drei Ereignisse ein, an die ich gerne zurückdenke. Zum einen der Sieg von Aaron Hadlow im vergangenen Jahr. Sein erster in St. Peter-Ording. Er ist ein echter Ausnahmesportler dem das Kitesurfen viel zu verdanken hat. Ich habe es ihm sehr gegönnt.

Das zweite Highlight war der WM Sieg von Kristin Boese, die damals die internationale Kitesurf Szene dominiert hat. Ich hoffe, dass wir in naher Zukunft auch wieder einen Deutschen sehen werden, der oben mitmischt. Mario Rodwald wäre beispielsweise so jemand. Ich hoffe er wird nach seiner Verletzung wieder richtig fit.

Jenseits des Sports muss natürlich das Konzert von Jan Delay Erwähnung finden. Damals kamen 40.000 Menschen an den Strand. Eine riesige Party.

An was erinnerst Du Dich nicht so gerne zurück?

Beispielsweise an das Verhalten mancher Menschen. Wie schon angesprochen befinden wir uns in einem Naturschutzgebiet mitten im Zentrum des Weltnaturerbes Wattenmeer. Da muss man ein anderes Maß an Respekt der Natur gegenüber aufbringen als anderswo. Manche Leute haben das glaube ich noch nicht begriffen. Gerade die Leute, die Privatpartys auf dem Parkplatz organisieren und dort übernachten, müssen begreifen, dass das einfach nicht geht. Ein solches Verhalten macht es uns sehr schwer, der Tourismus Zentrale gegenüber schlüssig argumentieren zu können. Sollte das andauern wird es sehr schwer, den World Cup auf St. Peter-Ording halten zu können.

Wenn Du den World Cup und seine Entwicklung als Ganzes betrachtest. Gibt es eine oder mehrere Sachen, die Du rückblickend anders gemacht hättest?

Eigentlich nicht. Wir haben ein super Team vor Ort, das das Beste aus den gegebenen Mitteln herausholt und es dazu noch Jahr für Jahr schafft, die Qualität des Events weiter zu verbessern. Dafür verdienen Sie einen großen Respekt. Da ich nicht alle aufzählen kann, möchte ich mich stellvertretend bei unserem Geschäftsleiter Event Oliver Geisler, bei unserem Projektleiter Event Christian Egge und bei unserer Gastro-Chefin Katharine Richts bedanken. Diese 3, sowie auch alle anderen machen wirklich einen ausgezeichneten Job.

Was erwartest Du vom World Cup 2015?

Ich hoffe, dass wir in diesem Jahr von einer Sturmflut verschont bleiben. Mein zweiter Wunsch ist es, dass sich die Leute benehmen und die Natur respektieren. Einen Kitesurf World Cup 2016 in St. Peter-Ording können wir sonst nicht garantieren.

Eine letzte Frage noch. Wie siehst Du die Zukunft der Veranstaltung? Können wir mit weiteren 10 Jahren rechnen?

Warum nicht. Ich sehe da kein Limit. Mein Traum ist es, dass, wenn ich in Rente gehe, meine Tochter Sarah die Organisation des Events zusammen mit den Töchtern meiner Geschäftspartnerin Birgit Ballhause übernimmt. Zwar schwärmen Sie aktuell noch für Pferde und den Reitsport, aber ich bin mir sicher, dass auch sie irgendwann von der Faszination des Wassersports gepackt werden.

Vielen Dank für das Gespräch

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